Zivilklausel im TV

Der Dokumentar-Film von Elias Dörre über den Zivilklausel-Streit an der Universität Kassel wird am 22. April 2014 – ein Dienstag – um 19Uhr beim Fernseh-Sender „Offener Kanal Kassel“ ausgestrahlt (und danach sicher noch häufiger wiederholt). Viel Spaß beim Anschauen!

Film zur Zivilklausel-Auseinandersetzung in Kassel

Pressemitteilung – Student erstellte Film der im Fernsehen, im Kino und auch jederzeit im Internet zu sehen ist.

„Mich hat die politische Auseinandersetzung um Militärforschung interessiert“, schildert Elias Dörre seine Motivation ein Video über den Streit für eine Zivilklausel an der Universität Kassel zu produzieren. Der Student hat die Aktivitäten des „Arbeitskreis Zivilklausel“ über ein Jahr lang mit der Kamera begleitet. Daraus geworden ist ein gut 14 Minuten langer Film der die Debatte an der Kasseler Universität zusammenfasst: „An dem Film habe ich rund 50 Stunden gearbeitet“, so Dörre. Hilfe bekam der 28-Jährige vom „Offenen Kanal Kassel“, die ihm das Film-Equipment zur Verfügung gestellt haben und Tipps beim Schnitt gaben. Der Film wird bald im Fernseh-Programm des „Offenen Kanals“ laufen. Im Rahmen einer Kurzfilm-Vorführung der Kunsthochschule Kassel soll der Film außerdem im Kino präsentiert werden. Zudem ist der Film jederzeit auf dem Internet-Videoportal „YouTube“ abrufbar:

Der „Arbeitskreis Zivilklausel“ freut sich über die Dokumentation: „Der Film fasst unser Engagement gut zusammen“, so Simon Kiebel von dem Arbeitskreis. Er hofft, dass der Film die Diskussion um Militärforschung in Kassel nochmal anfeuert: „Bislang gibt es an der Universität Kassel keinen wirksamen Mechanismus um Forschung für Krieg und Militär zu verhindern“, erklärt der Politik-Student. Wissenschaftler müssten Verantwortung übernehmen und sich auch moralischen Fragen stellen. Wie schon das Ende des Films ankündigt, will sich der „Arbeitskreis Zivilklausel“ trotz eines herben Rückschlags im vergangenen Dezember, als sich der Senat gegen eine bindende Zivilklausel aussprach, auch in Zukunft für friedliche und nachhaltige Forschung einsetzen. Die Studierenden hoffen dabei auf eine faire und sachliche Diskussion.

ZDF-Klub Konkret: Wie die Uni Kassel einmal fast Militärforschung verbot

Die ZDF-Sendung „Klub Konkret“ hat mit Julian vom AK Zivilklausel Kassel ein Skype-Interview zur im Senat gescheiterten Zivilklausel geführt:

Uni Kassel stimmt gegen Zivil- und Transparenz-Klausel

- Auszeichnung mit dem „Goldenen Panzer 2013 -

Pressemitteilung – „Heute ist ein schwarzer Tag für den Frieden“, konstatiert Julian Firges vom „Arbeitskreis Zivilklausel“ an der Universität Kassel nach der Senatssitzung am Mittwoch (4. Dezember 2013). Kurz zuvor hatte sich der Senat mehrheitlich gegen die Einführung einer wirksamen Klausel, die Forschung und Lehre für militärische Zwecke an der Uni Kassel verwehrt, ausgesprochen: „Unsere Forderung nach Transparenz durch die Einführung einer Kommission, die auf nachhaltige, verantwortungsvolle und friedliche Wissenschaft achtet, wurde abgelehnt“, erklärt der sichtlich enttäuschte Firges. Dabei war die Ethikkommission bereits ein Kompromiss und vom Senat angenommen. Weitergehend fordern die Studierenden der Universität Kassel hochschulweite, noch besser öffentliche Transparenz.

Zwar hatte das Präsidium eine Ethikkommission sogar in einem eigenen Zivilklausel-Entwurf im Juli noch selbst vorgesehen, der Hochschulrat der Universität hatte aber rechtliche Bedenken. Einen Versuch, diese zu belegen, gab es nie. Laut dem beratenden Gremium, in dem u.a. Vertreter der Wirtschaft sitzen, sei eine „Kommission für Ethik in Forschung und Lehre“ nicht mit dem Hessischen Hochschulgesetz vereinbar. „Dabei gibt es eine solche Kommission bereits an der Technischen Universität Darmstadt“, wirft Claudia Holzner vom AK Zivilklausel verwundert ein. Die junge Studentin macht zudem darauf aufmerksam, dass es an der Uni Kassel auch schon andere senatorische Kommissionen etwa zur Qualitätssicherung von Forschung und Studium gebe und die Argumentation des Hochschulrats damit hinfällig sei. Zwar hat der Senat in seiner Sitzung beschlossen, dass Militärforschung an der Universität eigentlich nichts zu suchen habe. Dies ist aber nur eine „soll“-Bestimmung. Durch die Ablehnung der „Kommission für Ethik in Forschung und Lehre“ findet nicht einmal eine Kontrolle auf die Einhaltung statt.

Wie vom Arbeitskreis Zivilklausel befürchtet, schmückt sich die Universitäts-Leitung in einer aktuellen Pressemitteilung damit, im Senat angeblich eine „Zivilklausel“ beschlossen zu haben. Die Studierenden bezeichnen diese aber als „Papiertiger“ – nicht ohne Grund: in der Vergangenheit wurden Fälle bekannt, bei denen an Universitäten mit ähnlich schwammig formulierten Klauseln dennoch Militärforschung stattfand – etwa an den Universitäten Tübingen und Konstanz. Auch an der Universität Kassel ist Kriegsforschung weiter problemlos möglich.
Für Unmut bei den Mitgliedern des AK Zivilklausel sorgt aber nicht nur die Ablehnung einer wirksamen Zivilklausel sondern auch das Verhalten vieler Senats-Mitglieder in der Sitzung. So lehnte der Senat ein Rederecht von Arbeitskreis Mitgliedern bei 7 Ja- und 6 Nein-Stimmen per Enthaltungsmehrheit ab: „Was ist das für eine Diskussionskultur?“, fragt Claudia Holzner. Bereits im Sommer hatte das Präsidium einem Rechtsanwalt, der in einem juristischen Gutachten die Rechtmäßigkeit einer Zivilklausel bestätigt hat, den Zugang zur Senats-Sitzung verwehrt. Holzner zeigt sich ob des Verhaltens der Universitäts-Leitung bestürzt: „Auch das Votum der Studierendenschaft, die sich im Januar 2013 bei einer Ur-Abstimmung mit einer überwältigenden Mehrheit von über 72 Prozent für eine verbindliche Zivilklausel ausgesprochen hat, wurde vom Senat vollkommen ignoriert.“

Wie es nun mit dem Streit für friedliche Forschung und eine wirksame Zivilklausel an der Universität Kassel weitergeht, wissen die Mitglieder des AK Zivilklausel noch nicht: „Wir müssen den Schock erstmal verkraften, immerhin haben wir fast zwei Jahre auf die Senats-Sitzung hingearbeitet“, so Julian Firges. Frieden sei nach wie vor eine Frage des Willens, erklärt Firges weiter: „An beidem fehlte es heute dem Präsidium und dem Senat. Eine Schande.“

Als erste Reaktion auf die abgelehnte Zivilklausel verliehen Mitglieder des Arbeitskreis Zivilklausel dem Präsidium sowie den Senatorinnen und Senatoren, die gegen die Klausel stimmten, allerdings noch in der Sitzung den Satire-Preis „Goldener Panzer 2013“. Uni-Präsident Prof. Rolf-Dieter Postlep nahm mit Handschlag eine Flasche „Panzer Sekt“ vom Arbeitskreis entgegen „Die deutsche Rüstungsindustrie dankt für Ihre Unterstützung! Auf Krieg und Tod! Wohl bekomms!“, war auf der Flasche zu lesen.

Weitere (hochaufgelöste) Fotos von der Aktion vor der Senatssitzung finden Sie hier im Presse-Bereich.

Zivilklausel an der Uni Kassel?

Pressemitteilung - Zum vierten Mal wird sich der Senat der Uni Kassel am kommenden Mittwoch mit der Einführung einer Zivilklausel für die Universität beschäftigen. Es soll die entscheidende Sitzung werden. Bereits im Juli herrschte unter den Senatsmitgliedern weitestgehend Konsens darüber, dass eine Zivilklausel erwünscht ist. Forschung an der Uni Kassel dürfte dann nur noch friedlichen und zivilen Zwecken dienen.
Besondere Relevanz bekam die Debatte um die Zivilklausel Anfang letzter Woche, als die Finanzierung von Forschung an deutschen Hochschulen durch den Pentagon öffentlich wurde. Bei den Aufträgen des US-Verteidigungsministeriums handelte es sich um Grundlagenforschung und auch um direkte Rüstungsforschung. Allerdings waren unter diesen Forschungseinrichtungen auch Universitäten, die bereits eine Zivilklausel eingeführt haben. „Deswegen wollen wir an der Uni Kassel Transparenz schaffen, wozu auch gehört, dass Drittmittel hochschulweit bekannt gegeben werden“, so Claudia Holzner vom studentischen Arbeitskreis Zivilklausel. Zu dieser Forderung äußerten jedoch einige Senatsmitglieder Bedenken. Außerdem enthält der Antrag, über den am Mittwoch abgestimmt wird, auch eine Kommission für Ethik in Forschung und Lehre, die die Vorgaben der Zivilklausel umsetzen soll. „Eine solche Kommission ist ein wichtiger Schritt, woher sie aber ihre Datengrundlage nimmt, ist bisher noch unklar“, erklärt Julian Firges vom Arbeitskreis. Diese Fragen sollen in der kommenden Senatssitzung geklärt werden und dann wird es endlich eine Entscheidung über die Zivilklausel an der Uni Kassel geben.
Da Senatssitzungen hochschulöffentlich sind, ruft der Arbeitskreis Zivilklausel wieder alle Studierenden dazu auf am 4. Dezember mit in die Sitzung zu kommen und ein Zeichen für friedliche, zivile und transparente Forschung an der Universität Kassel zu setzen. Treffen ist um 8.30 Uhr vor der Bibliothek auf dem Campus Holländischer Platz in Kassel.