Mit Kunstblut gegen Militärforschung

Studierende und Mitarbeiter fordern Zivilklausel für die Universität Kassel

Nicht zu übersehen war am Mittwoch der Protest von Studierenden und Uni-Mitarbeitern gegen Militärforschung an der Universität Kassel. Mit Kunstblut, Plastikpanzern und Transparenten machten die Aktivisten auf ihre Forderung nach rein ziviler und friedlicher Forschung aufmerksam: „Die Wissenschaft darf sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht entziehen“, erklärte Jörg Schrader vom „Arbeitskreis Zivilklausel“. Die im März gegründete Gruppe strebt die Einbindung einer so genannten Zivilklausel in die Grundordnung der Universität bzw. der einzelnen Fachbereiche an: „Damit wäre militärischer Forschung eine Absage erteilt“, so Schrader. Dies sei gerade in Zeiten zunehmender Auslandseinsätze der Bundeswehr und deutscher Waffenexporte dringend nötig um Krieg und Leid in der Welt zu vermeiden.


Rolf Dieter Postlep (Präsident der Uni Kassel) bekommt eine Zivilklausel-Fahne und einen Flyer überreicht.

Ziel der Aktion am 2. Mai war zunächst der Senat der Universität: vor dem Sophie-Henschel-Haus empfingen die rund zehn Aktivistinnen und Aktivisten die Senatsmitglieder, die an dem Tag eine Sitzung hatten. Dabei sollte eigentlich eine „Neufassung der Orientierung zur Tätigkeit von Professorinnen und Professoren an der Universität Kassel“ (PDF) verabschiedet werden. Die studentischen Vertreter im Senat hatten dazu einen gemeinsam mit dem AK Zivilklausel ausgearbeiteten Änderungsantrag (PDF) eingebracht. Die „Neufassung der Orientierung zur Tätigkeit von Professorinnen und Professoren“ wurde allerdings auf die nächste Senats-Sitzung in einigen Wochen vertagt.


Mit Kunstblut, Transparenten und Flugblättern machten die Zivilklausel-AktivistInnen am Mittwoch auf ihre Forderung aufmerksam.

Nach dem Empfang der Senatoren zogen die Studierenden und Uni-Mitarbeiter weiter auf den Campus, um dort mit Flugblättern die breite Masse der Studierenden über Militärforschung an der Uni Kassel zu informieren: „Für die Zukunft planen wir, gemeinsam mit dem AStA eine Urabstimmung über eine Zivilklausel“, erörtert Jonas Eickholl die Pläne der Gruppe. In Frankfurt, Köln und Karlsruhe gab es unter den Studierenden bereits erfolgreiche Urabstimmungen für Zivilklauseln.
Die Kunstblut-Aktion in Kassel fand im Rahmen einer bundesweiten Woche für Zivilklauseln statt, die noch bis zum 8. Mai dauert. Und so sind noch weitere Aktionen geplant: für den 3. Mai lädt der vom Allgemeinen Studierendenausschuss der Uni Kassel unterstützte AK Zivilklausel um 19Uhr zu einem Vortrag über „Zivilklauseln“ in das studentische Kulturzentrum K19 ein. Nach einem Bericht über Militärforschung in Kassel wird in junger Aktivist aus Frankfurt über den Gegenentwurf einer zivilen- und friedlichen-Universität referieren. Am 8. Mai lädt die Juso-Hochschulgruppe zur einer Vorführung des Films „Deadly Dust“, der über Uranmunition informiert, ein.