Über Militärforschung informiert

Der Arbeitskreis Zivilklausel informierte über militärische Forschung an der Uni Kassel

„Auch an der Uni Kassel bestehen zahlreiche Kooperationen mit dem Militär und der Rüstungsindustrie“, machte Jonas Eickholl vom im März von Studierenden und Uni-Mitarbeitern ins Leben gerufenen Arbeitskreis Zivilklausel gleich zu Beginn der Info-Veranstaltung am Donnerstag-Abend klar. Die kasseler Hochschule biete etwa einen dualen Studiengang in Kooperation mit dem Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann an. Der Fachbereich Maschinenbau habe außerdem jüngst gemeinsam mit Rheinmetall MAN Military Vehicles an neuen gepanzerten Fahrzeugen geforscht. Eickholl zeigte sich ob der Militarisierung einiger Forschungsbereiche besorgt: „Deswegen fordern wir eine verbindliche Zivilklausel, die jegliche Kooperation der Uni mit dem Militär und der Rüstungsindustrie ausschließt“, erklärte Eickholl am Donnerstag.


Mitglieder des AK Zivilklausel-Kassel informierten über die Situation vor Ort

Wie so eine Zivilklausel, mit der sich die Uni verpflichtet rein für friedliche- und zivile-Zwecke zu forschen, zustande kommen kann, darüber informierte im Anschluss ein junger Friedensaktivist aus Frankfurt am Main. Der Student ist bereits seit längerem gegen Militärforschung aktiv und hat eine Urabstimmung unter den frankfurter Studierenden zu dem Thema organisiert. Dabei sprachen sich 76,3 Prozent der Studierenden für die Aufnahme einer Zivilklausel in die Grundordnung der Goethe-Universität aus. Im Hochschulentwicklungsplan der Uni wurde bereits eine Klausel für friedliche- und zivile Forschung festgeschrieben. Der Frankfurter Aktivist erklärte den Zuhörerinnen und Zuhörern am Donnerstag im studentischen Kulturzentrum K19 aber auch, dass eine Zivilklausel nicht alles ist: „Ohne dauerhafte Diskussion bringt eine Zivilklausel nichts“, mahnte der junge Politikwissenschafts-Student. Er sieht die Problematik um Militärforschung in einem größeren Zusammenhang: „Wir müssen den Diskurs führen welche Aufgabe und Verantwortung die Uni heute in der Gesellschaft hat.“


Über die Urabstimmung in Frankfurt am Main informierte ein Aktiver vom dortigen AK Zivilklausel

Für die rund ein Dutzend Anwesenden war klar, dass sich die Uni Kassel ihrer Verantwortung stellen muss. Der vom Allgemeinen Studierendenausschuss unterstützte AK Zivilklausel kündigte daher an, ähnlich wie in Frankfurt auch unter den kasseler Studierenden eine Urabstimmung über eine Zivilklausel durchzuführen. Der Zeitpunkt für die Abstimmung steht allerdings noch nicht fest.