25.000 Euro für sachdienliche Hinweise

„Die Aktion ist natürlich eine Frechheit und genau das möchte sie auch sein“, so berichtete der bayrische Rundfunk über eine Aufsehen erregende Aktion der Berliner Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“.
Seit wenigen Tagen ruft die Gruppe auf ihrer Internetseite www.25000-euro.de dazu auf, Hinweise über illegale Machenschaften der Eigentümer des Rüstungsunternehmens Krauss-Maffei Wegmann (KMW) weiter zu geben. Zweck ist eine rechtskräftige Verurteilung der KMW-Eigentümer. Durch das Versagen der Politiker*innen, durch das immer noch legale Rüstungsexporte möglich sind, wollen die Künstler „die Täter auf kreativer Weise zu einer Strafe“ bringen.
Für sachdienliche Hinweise wurde eine Belohnung von 25.000 Euro ausgelobt. Ausgangspunkt der Kampagne ist der geplante Export von 270 Leopard-2 Kampfpanzer nach Saudi-Arabien, welcher bundesweit und auch in Kassel, wo die Panzer bei KMW hergestellt werden für Empörung gesorgt hat.

Die Resonanz auf die neue Kampagne ist enorm und hat ihr Ziel wohl schon jetzt erreicht. Mit über 170.000 Besucher*innen auf der Kampagnen-Website in gerade einmal zwei Tagen und drei von vier Tweets auf dem Twitterprofil des Regierungssprechers Seibert mit Inhalten über den Panzerdeal hat die Aktion sehr viel Aufmerksamkeit erzeugt.
Auch die Kasseler Regionalzeitung HNA berichtete in einem Artikel über die „provokante Aktion“, welche in Kassel „große Bestürzung ausgelöst“ haben soll. Laut HNA sei man bei KMW „zunächst und vor allem aus moralischen Gründen“ über die 25.000 Euro-Kampagne entsetzt. Mit Panzerexporten nach Saudi-Arabien, das die Menschenrechte mit Füßen tritt, hat KMW indes keine moralischen Probleme. Zynismus pur. Dass sich die HNA für so ein Thema interessiert ist kein Zufall: KMW mit seinen Standorten in Kassel und München beschäftigt in der nordhessischen Stadt knapp die Hälfte seiner 3.200 Mitarbeiter*innen. Bekannt ist KMW als Systemhersteller schwerer Kampfpanzer sowie gepanzerter Radfahrzeuge.
Bei allen Kontoversen um diese Aktion ist eines wieder einmal klar geworden. Rüstungsunternehmen und Waffengeschäfte sind ein Teil des Alltags in Deutschland und in der Gesellschaft verankert. Das Zurückdrängen von militärischen Einflüssen und Handlungen des militärisch-industrielles Komplexes muss auf ganz unterschiedlichen Ebenen geschehen.
An der Universität Kassel setzt sich der AK Zivilklausel daher für eine rein zivile und friedliche Forschung und Lehre ein (Mehr dazu in unseren FAQ). Rüstungsunternehmen wie Krauss-Maffei Wegmann – das Unternehmen hat bereits Forschungsprojekte an der Uni Kassel durchgeführt – haben an der Universität Kassel nichts zu suchen!