Archiv für Juli 2012

Der AK im Uni Spiegel

Wir freuen uns sehr, dass in der aktuellen Ausgabe des Uni Spiegel ein Foto von unsere Aktion im Mai abgebildet ist. Der Artikel über die bundesweite Zivilklausel-Bewegung – hier - ist sehr lesenswert.

Allerdings war der Spiegel-Autor etwas voreilig: im Artikel wird fälschlicherweise behauptet, an der Uni Kassel gebe es bereits eine Zivilklausel. Dies ist leider noch nicht so – wir arbeiten aber daran, dass der Artikel bald stimmt ;-)

Zivilklausel in der „Orientierung für Professorinnen und Professoren“

Bei der ersten Lesung der „Neufassung der Orientierung für Professorinnen und Professoren“ in der Senatssitzung Mitte April hatte der Arbeitskreis Zivilklausel gemeinsam mit den studentischen Vertreter*innen im Senat einen Änderungsantrag für eine Zivilklausel eingebracht. Dieser Änderungsantrag wurde am gestrigen Mittwoch in weiten Teilen vom Senat angenommen. „Nach einer kontroversen Diskussion wurde dem Antrag sogar dem nochmals das zuvor gestrichene, aber entscheidende Wörtchen „ausschließlich“ wieder hinzugefügt.“ freut sich Oliver Schmolinski, studentisches Mitglied im Senat. Die entscheidenden Worte in der „Orientierung für Professorinnen und Professoren“ lauten nun:

„Es gehört zur Verantwortung von Wissenschaft sich mit möglichen Anwendungen und Folgen ihrer Ergebnisse zu befassen, auf Risiken aufmerksam zu machen und ihnen entgegenzuwirken. Gefragt sind deshalb Transparenz und Diskurs von unterschiedlichen Fachkulturen. Es gehört zum gesellschaftlichen Auftrag der Universität, Frieden und internationale Verständigung zu fördern. Deshalb sollen Forschung, Lehre und Studium an der Universität Kassel ausschließlich zivilen und friedlichen Zwecken dienen. Diskussionen über Ziele und Risiken wissenschaftlicher Aktivitäten müssen offen geführt werden. Ähnliches gilt für Nachhaltigkeit als ein Prinzip, das seine Bedeutung im Hinblick auf Umweltschutz, Klimawandel oder soziale Gerechtigkeit in Interpretation und Umsetzung erfährt – als wissenschaftliches Thema wie auch für Konzepte und Handeln der Universität selbst. Gleichermaßen zu nennen sind hier fördern- und schätzenswerte Belange von Leben und Gesundheit, Zusammenhalt der Gesellschaft und Vermeidung von Diskriminierung.“

„Dies ist ein erster Schritt, da es sich bei dem heute beschlossenen nur um eine Orientierung und kein bindendes Gesetz handelt“ gibt Jonas Eickholl Referent für Hochschulpolitik und Teil des Arbeitskreises zu bedenken. „Wir werden zum Wintersemester eine Urabstimmung in der Studierendenschaft durchführen um ein eindeutiges Votum gegen Rüstungsindustrie und gegen Militärforschung seitens der Studierendenschaft einzuholen“, kündigte Lucas Christoffer vom Arbeitskreis Zivilklausel an.

Studierendenparlament einstimmig für Zivilklausel

Während in Kassel die dOCUMENTA unter dem Titel „Zusammenbruch und Wiederaufbau“ weltweit in den Fokus rückt so versuchen verschiedene Gruppen immer wieder auf die militärische Geschichte Kassels zu verweisen, welche diesen Zusammenbruch verursachte.
Der Arbeitskreis Zivilklausel versucht immer wieder den Einfluss von Militär und Rüstungsunternehmen auf Forschung und Lehre an der Universität Kassel zu thematisieren. Wir fordern eine rein friedliche und zivile Hochschule. Unterstützung dafür gab es bei der letzten Sitzung des Studierendenparlamentes. Eine Resolution zur Einführung einer Zivilklausel wurde ohne Gegenstimmen und Enthaltungen angenommen. Dieses großartige politische Signal macht klar, dass den nicht zivilen Einflüssen an der Uni immer mehr Widerspruch entgegen gehalten wird
Eine weiter Hürde zur Einführung der Zivilklausel ist damit genommen. Nun gilt es die Studierenden weiter zu informieren und zu sensibilisieren um für eine Urabstimmung die nötige Mehrheit zu erlangen.