Archiv für Januar 2013

72 Prozent der Studierenden für Zivilklausel!

Pressemitteilung: Bei der studentischen Ur-Abstimmung über eine so genannte „Zivilklausel“ an der Universität Kassel sprachen sich 72,39 Prozent der Wählerinnen und Wähler für rein zivile und friedliche Forschung aus. Universitäts-Leitung soll Kriegsforschung endlich Absage erteilen.

„Ein tolles Ergebnis, das wir in dieser Eindeutigkeit nicht erwartet haben“, freut sich Claudia H. vom „Arbeitskreis Zivilklausel“. Die studentische Initiative setzt sich gegen Kriegsforschung an der Universität ein und hat jüngst eine Ur-Abstimmung unter der Studierendenschaft zu dem Thema herbeigeführt. Dabei sprachen sich nun knapp drei Viertel der Wählerinnen und Wähler dafür aus, eine sogenannte „Zivilklausel“ in der Grundordnung der Universität zu verankern – mit der Klausel wäre Forschung, Lehre und Studium für kriegerische und militärische Zwecke in Kassel untersagt.

„Die Studierenden haben sich klar positioniert, jetzt müssen Senat und Uni-Leitung handeln“, fordert Claudia H. vom AK Zivilklausel. Bisher gebe es nur eine unverbindliche Zivilklausel in einer Orientierung für Professorinnen und Professoren. Der Arbeitskreis Zivilklausel und nun auch die Mehrheit der Studierenden fordern eine verbindliche Klausel. Konkret stimmten die Studierenden bei der Ur-Abstimmung dafür, den folgenden Abschnitt in die Grundordnung der Kasseler Universität aufzunehmen:

„Forschung, Lehre und Studium an der Universität Kassel dienen ausschließlich zivilen und friedlichen Zwecken. Unter Berücksichtigung der Frage, ob zivile Zwecke verfolgt werden, sind alle Drittmittel in Bezug auf Drittmittelgeber, Zeitraum, Projektverantwortliche, Finanzvolumen, Zielsetzung und Fragestellung vor Beginn des Projekts öffentlich bekannt zu geben.“

Wie Claudia H. vom AK Zivilklausel anmerkt, wäre das auch ein großer Schritt in Richtung transparenter Wissenschaft. Militärische Forschungsprojekte, wie es sie auch schon in Kassel gab, werden meist unter Verschluss gehalten. Die Universitäts-Leitung gebe keine Auskünfte zu den brisanten Forschungsprojekten.
Der Arbeitskreis Zivilklausel fordert alle Verantwortlichen dazu auf endlich zu handeln: „An den Universitäten in Dortmund, Bremen und Darmstadt gebe es schon verbindliche Zivilklauseln. Es sei an der Zeit das sich auch die Universität Kassel zu Idealen wie Frieden und Transparenz bekenne – Lippenbekenntnisse allein würden die Welt nicht friedlicher machen.“

Podiumsdiskussion: „Eine Zivilklausel an der Uni Kassel?“

Knapp 50 Zuhörerinnen und Zuhörer konnten am Dienstag – 22. Januar – eine spannende Diskussion über Sicherheitspolitik, Militärforschung und eine mögliche Zivilklausel an der Universität Kassel mitverfolgen.

Von links nach rechts: Dr. Peer Heinelt, Julian, Clemens Camphausen, Burkhart von Braunbehrens, Prof. Dr. Lawerenz

Auf dem Podium diskutierten der Journalist und Politikwissenschaftler Dr. Peer Heinelt, der Mit-Eigentümer des kasseler Panzerbauers „Krauss-Maffei Wegmann“ Burkhart von Braunbehrens, das Mitglied des Uni-Präsidiums Prof. Dr. Lawerenz und Julian vom AK Zivilklausel Kassel. Die Moderation übernahm Clemens Camphausen.

Einen Audio-Mitschnitt der fast zwei Stunden dauernden Diskussion gibt es hier (108 MB).

Jetzt für eine Zivilklausel stimmen!

Vom 22. bis 24. Januar habt ihr, liebe Studierende an der Uni Kassel, die Möglichkeit euch bei einer Ur-Abstimmung für eine Zivilklausel auszusprechen! Die Abstimmung findet im Rahmen der allgemeinen Hochschulwahl statt – wo ihr wählen könnt erfahrt ihr hier.

Sagt auch euern Kommilitonen und Kommilitoninnen bescheid! Sagt JA zur Zivilklausel und erteilt Kriegsforschung an der Uni Kassel eine Abfuhr!

Vortrag über „Militär in Kassel“

Am Donnerstag-Abend hörten rund ein dutzend Studierende einem Vortrag des Friedensforschers Dr. Peter Strutynski über „Militär in Kassel“ zu.

Besonders auf die Rüstungsindustrie in Kassel ging der Friedensforscher in seinem Vortrag ein. Einen Audio-Mitschnitt der Veranstaltung gibt es hier (58 MB).

Die nächsten Veranstaltungen: