Zivilklausel an der Uni Kassel?

Pressemitteilung - Zum vierten Mal wird sich der Senat der Uni Kassel am kommenden Mittwoch mit der Einführung einer Zivilklausel für die Universität beschäftigen. Es soll die entscheidende Sitzung werden. Bereits im Juli herrschte unter den Senatsmitgliedern weitestgehend Konsens darüber, dass eine Zivilklausel erwünscht ist. Forschung an der Uni Kassel dürfte dann nur noch friedlichen und zivilen Zwecken dienen.
Besondere Relevanz bekam die Debatte um die Zivilklausel Anfang letzter Woche, als die Finanzierung von Forschung an deutschen Hochschulen durch den Pentagon öffentlich wurde. Bei den Aufträgen des US-Verteidigungsministeriums handelte es sich um Grundlagenforschung und auch um direkte Rüstungsforschung. Allerdings waren unter diesen Forschungseinrichtungen auch Universitäten, die bereits eine Zivilklausel eingeführt haben. „Deswegen wollen wir an der Uni Kassel Transparenz schaffen, wozu auch gehört, dass Drittmittel hochschulweit bekannt gegeben werden“, so Claudia Holzner vom studentischen Arbeitskreis Zivilklausel. Zu dieser Forderung äußerten jedoch einige Senatsmitglieder Bedenken. Außerdem enthält der Antrag, über den am Mittwoch abgestimmt wird, auch eine Kommission für Ethik in Forschung und Lehre, die die Vorgaben der Zivilklausel umsetzen soll. „Eine solche Kommission ist ein wichtiger Schritt, woher sie aber ihre Datengrundlage nimmt, ist bisher noch unklar“, erklärt Julian Firges vom Arbeitskreis. Diese Fragen sollen in der kommenden Senatssitzung geklärt werden und dann wird es endlich eine Entscheidung über die Zivilklausel an der Uni Kassel geben.
Da Senatssitzungen hochschulöffentlich sind, ruft der Arbeitskreis Zivilklausel wieder alle Studierenden dazu auf am 4. Dezember mit in die Sitzung zu kommen und ein Zeichen für friedliche, zivile und transparente Forschung an der Universität Kassel zu setzen. Treffen ist um 8.30 Uhr vor der Bibliothek auf dem Campus Holländischer Platz in Kassel.